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Die Hoteliers in Österreich haben oft gewisse Charakterzüge, von denen findige Touristen schnell ableiten können, wie es in den jeweiligen Hotels aussieht. Viele Hoteliers sind ehemalige Bauern, die sich in drei Gruppen aufteilen lassen:

Der beständige Höhenflieger

Ein wichtiges Merkmal des beständigen Höhenfliegers ist seine Traditionsbewusstheit. Der Vater, der Großvater, alle Generationen vor ihm haben den ehemaligen Bauernhof erfolgreich in ein Hotel umgewandelt, das jetzt den perfekten Mix aus Landleben und Moderne verkörpert. Zumeist bietet er seinen Gästen „ganz besondere“ Erlebnisse an, wie eine Skitour mit Personal Trainer oder das exklusive Fichtennadelbad. Zum Spezialpreis, versteht sich. Trotzdem ist der beständige Höhenflieger jemand, der seinen Gast als Gast sieht und nicht als Goldesel auf zwei Beinen wie es geizigere Hoteliers machen.

Der neureiche Geizige

Der neureiche Geizige hatte irgendwann genug vom Bauerndasein. Daraufhin hat er ein paar Hektar Feld verkauft und ein Hotel gebaut. „Schön sieht es aus, vier Sterne hat es auch noch, nichts wie hin“, denken sich die Touristen. Die Zimmer sind in gutem Zustand, die Bäder auch. Wenn man aber beispielsweise in die Sauna will, gibt es einen saftigen Zuschlag. Der neureiche Geizige wittert bei der kleinsten Gelegenheit die Chance, noch mehr Profit aus seinen Gästen zu schlagen. Lieber Massenabfertigung als mühsame Kleinstarbeit ist sein Credo. Wirklich schlecht haben es seine Gäste nicht, doch wenn sie Österreichisches Flair wollen, sollten sie in die Stube vom nächsten Charakter gehen.

Der Wertschätzende

Der Typ von Hotelier, der noch am ehesten Bauer geblieben ist. Die Zimmer sind urig hergerichtet, in der Stube brennt ein Feuer im offenen Kamin. Es ist eng dort, doch gemütlich. Zu essen gibt es fast ausschließlich Selbstgemachtes aus eigenem Anbau und eigener Zucht – der Wertschätzende steht täglich um 4 in der Früh auf und kümmert sich ums Vieh. Obwohl mit Sicherheit am Freundlichsten wirkend, hat er es auch faustdick hinter den Ohren. Der Wertschätzende wird sich in der Gegenwart seiner Gäste sicherlich immer korrekt verhalten, mit ihnen da und dort ein „Schnapsei“ trinken. Doch wenn sie Weg sind, kann es schon einmal passieren, dass er den Kopf schüttelt, schmunzelnd seine Pfeife anzündet und ein „Sch***touristen“ murmelt. Nicht aus Abneigung, sondern aus Unverständnis.

Wie sind Deine Erfahrungen mit diesen Charakteren? Kennst Du noch weitere? Lass es uns per Kommentar wissen.

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