Wir leben BIO - zu 100 %

Leichtfertig wird es oft gleichgesetzt. Doch es stimmt so einfach nicht. Regional ist nicht automatisch Bio und Bio nicht automatisch regional. Obwohl in dieser Hinsicht natürlich alles mit allem zusammenhängt. Irgendwie. Höchste Zeit also, hier Licht ins Dunkel zu bringen.

Über den Unterschied lässt sich zuerst einmal ganz banal und ganz grundlegend feststellen: Regionale Lebensmittel sind vor allem einmal eines: Regional. No na werdet ihr sagen. Dennoch ist diese Feststellung wichtig: Bei regionalen Produkten und Lebensmitteln haben wir es mit Produkten aus der unmittelbaren Region zu tun. Also mit Produkten, die nicht erst hunderte von Kilometern um die Welt gefahren werden mussten. Regionalität hat damit zu tun, dass ich zum Beispiel Essig aus der Region im Regal vorfinde und nicht welchen, der von weit her herangekarrt wurde.

 

Es gibt auch keinen Zweifel daran, dass Regionalität im Moment sehr angesagt ist. Das hat gute Gründe: Regionale Produkte, sagen wir einfach mal Erdäpfel und Gemüse, kauft man auch gerne am Bauernmarkt um die Ecke. Das hat den besonderen Wert, dass man nicht nur die Region kennt, aus welcher die Produkte kommen, sondern sogar noch mit dem Produzenten auf Du und Du ist. Das schafft selbstverständlich Vertrauen.

Doch „Bio“ ist es deshalb noch lange nicht, es sei denn das Gemüse und die anderen Produkte stammen explizit aus einer „Bio-Landwirtschaft“. Regionalität ist letzten Endes also leicht umrissen: Wir bekommen es mit Produkten aus der näheren Umgebung zu tun. Das schafft nicht nur Vertrauen, sondern schließt zumeist auch riesige Konzerne aus, die ja überall außer in der unmittelbaren Region produzieren und eher die gesichtslose Globalisierung als die Stärkung der heimischen Hersteller und Produkten im Sinn haben.

 

Ihr könnt dazu gerne in den Geschäften eures Vertrauens nachfragen, von der Supermarktkette bis hin zum Anbieter am Bauernmarkt: Wesentlich konkreter wird es euch auch dort niemand sagen können. Schlicht und einfach weil die Verbindlichkeiten und die Qualitätsstandards in Sachen „regional“ weitestgehend fehlen. Rein theoretisch können unter dem Deckmantel „regional“ auch Produkte an den Konsumenten gebracht werden, die zwar regional sind, aber in Sachen Qualität nicht in der ersten Liga mitspielen. Der Begriff regional sagt nichts über das Produkt an sich aus.

 

Was ist jetzt aber „Bio“ genau?

 

Im Gegensatz zum relativ schwammigen Begriff „regional“ kann man die relative Klarheit des Begriffs „Bio“ setzen. Bei „Bio“ handelt es sich um Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft. Dieser ist in jedem Land gesetzlich definiert und selbstverständlich muss sich der Bio-Betrieb auch immer wieder Kontrollen aussetzen. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Kunstdüngern oder Klärschlamm ist Tabu. Dass die Produkte nicht gentechnisch verändert werden dürfen ist dabei natürlich auch Voraussetzung.

 

Natürlich ließen sich jetzt noch weitere Kriterien aufzählen. Aber darum geht es nicht. Vielmehr darum, dass „Bio“ hält, was es verspricht, zumal es überprüft wird und unter Kontrolle steht. Regionalität hingegen ist nur eine Beschreibung der Herkunft der Produkte, kein Qualitätsmerkmal der Produkte. Wir zum Beispiel bauen eigene Kartoffel an. Natürlich voll bio. Das macht einen Unterschied!

 

Damit ist aber vor allem eines klar: Wünschenswert wäre eine Verbindung von „bio“ und „regional“. Was bringt uns „Bio-Fleisch“, das von weit her den Weg in unsere Geschäfte findet? „Bio“ setzt auch Achtsamkeit im Umgang mit den Ressourcen voraus. Also generell den richtigen und respektvollen Umgang mit unserer Umwelt und unserer Natur.

 

Dabei wäre die Symbiose von „bio“ und „regional“ so schwer nicht. Wir arbeiten jedenfalls schon mal hart daran und zeigen, wie es gehen würde!

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