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Die religiöse Geschichte der Ramsau ist geprägt vom protestantischen Glauben, der viele Jahrzehnte lang nur im Geheimen gelebt werden konnte. So haben sich über all die Jahre hinweg in der Ramsau am Dachstein ganz eigene Osterbräuche entwickelt. Einer davon sind die Antlasseier.

 

Antlasseier sind jene Eier, die am Karfreitag von der Henne gelegt werden. Man sagt diesen Eiern ganz besondere Kräfte nach. Zum Beispiel können Antlasseier nicht verderben. Sie trocknen einfach innen aus und stinken daher auch nie.

Antlasseier gelten auch heute noch als Glücksbringer, die ihre Besitzer vor Gefahren beschützen. Dies findet in ganz unterschiedlicher Form Anwendung.

So nehmen manche Ramsauer Bergsteiger traditionell ein Antlassei mit auf ihre Unternehmungen in den Bergen.

Die Ramsauer Bauern legen Antlasseier in den Stall, um das Vieh vor Unheil zu schützen.

Und so manches Antlassei lässt sich sogar im Handschuhfach eines Autos entdecken, wo es für eine sichere Fahrt sorgen soll.

Eine besondere Tradition wird am feistererhof gepflegt. Denn bei Familie Simonlehner spielen die Antlasseier seit vielen Generationen eine bedeutende Rolle.

Jedes Jahr am frühen Morgen des Ostersonntags vergraben die Männer (Robert, Johannes oder Matthias) Antlasseier an ganz bestimmten Stellen im feisterer-Wald. Dort bleiben die Eier für ein ganzes Jahr verscharrt und beschützen das Haus und den Hof.

 

Ein paar Antlasseier werden jedoch im Haus selbst aufbewahrt. Die braucht unsere Mama Anna-Maria nämlich bei schweren Unwettern. Dann wirft sie einfach ein Antlassei aus dem nächstbesten Fenster, um das Haus und die Familie vor dem Unwetter zu schützen.

 

Ein wirklich netter Brauch, oder?

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