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„Aufgewacht, die Sonne lacht! Ich glaub‘, heut ist es soweit!“, frohlockt die Schaf-Mama und wagt einen ausgiebigen Blick durchs Stallfenster. Während die Gipfel im Dachstein-Massiv noch weiß leuchten, sind die Berghänge und Almen nun frei von Schnee und Eis. Die ersten Blümchen und Gräser sprießen aus dem Boden, die Bäume treiben aus und ein mildes morgendliches Lüftchen verkündet: der Winter ist endgültig vorbei! „Jaaa, jaaaa – höchste Zeit für den Almauftrieb!“, mähen die feisterer-Schafe begeistert.

 

 

„Mama, Mama! Was ist der Almauftrieb?“, fragt eines der Lämmer, das für sein neugieriges Wesen in der ganzen Herde bekannt ist. „Nun, wie der Name schon sagt, wird beim Almauftrieb das Vieh auf die Alm getrieben. Eine Alm ist ein Sommerweidegebiet in den Bergen, das bewirtschaftet wird. Wir feisterer-Schafe kommen zur Alm beim Gutenberghaus, hoch über dem feistererhof. Dort verbringen wir dann den ganzen Sommer …“, antwortet das Mutterschaf in aller Ruhe und Geduld.

 

„Was, den ganzen Sommer? Was machen wir denn da die ganze Zeit??!“, fragt ein freches kleines Lamm-Mädchen alarmiert und hüpft aufgeregt durchs Heu. Sie kann keine Minute still sitzen und befürchtet schon schlimmste Langeweile. „Die Alm ist genau das Richtige für dich, meine Kleine! Da darfst du den ganzen lieben langen Tag herumspringen, über Stock und über Stein. Du kannst mit den Murmeltieren und anderen Schafen spielen, die Bergwelt erkunden, frisches Almgras fressen ...“, beruhigt sie ihre Mutter. „Ouuu jaaa, Almgräser und -kräuter sind das Beste überhaupt. Eine Delikatesse!“, unterbricht eine der älteren Schaf-Damen seufzend das Mutter-Tochter-Gespräch.

 

 

„Außerdem bekommen wir ganz viel Besuch von Bergsteigern aus der ganzen Welt!“, freut sich eines der lebenslustigen Jungschafe und grinst verschmitzt. Er sucht am liebsten die Gesellschaft der Wanderer, treibt sich in der Nähe der Almhütten herum und hofft, ein Stückchen vom mitgebrachten Proviant zu ergattern. Darüber hinaus ist er auf jedem zweiten Handy verewigt, denn für ein Schaf-Selfie ist er immer zu haben.

 

 

„Warum werden wir eigentlich auf die Alm getrieben?“, führt das Lamm nun seine Fragerunde fort. „Früher war die Almwirtschaft für die Selbstversorgung der Bauern von großer Bedeutung. Vor allem Käse und Butter wurden auf der Alm produziert …“, erklärt sein Vater. „Heute werden auf Almhütten hauptsächlich hungrige und durstige Wanderer versorgt. Aber wir Schafe … wir erfüllen auf den Almen eine ganz wichtige Funktion. Denn durch das Abweiden der Almwiesen verhindern wir, dass die Flächen verwalden und verwildern. Außerdem beugen wir Erosion vor und helfen damit, unsere wunderschöne Berglandschaft zu erhalten.“ Die Lämmer blicken ehrfürchtig zu ihrem Vater hoch. „Ok Papa, wir werden ganz fleißig Gräser fressen und unsere Aufgabe brav erfüllen!“, versprechen die Kleinen und mähen dann aufgeregt im Chor „Jaaa, jaaa – es geht auf die Alm!“

 

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