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Wir müssen wieder mit Stolz sagen können: “Heuer verbringe ich meinen Urlaub daheim!” Damit ist nicht Balkonien gemeint, sondern unser wunderschönes Österreich. Ein Österreich, dass wir irgendwie gar nicht so gut kennen - wenn wir ehrlich zu uns selbst sind.

 

Der erste Schritt.

Weg mit Prestigedenken. Wenn die Freundin auf Bali im superschicken Bungalow mit Privatpool & Butler rumdümpelt oder die Schwester mit dem Rucksack durch die Anden tourt, man selbst aber nicht die Zeit oder das nötige Kleingeld hat, ist das noch lange kein Grund für eine Krise. Es gibt wunderbare Reiseziele überall - das stimmt. Aber keiner der Plätze kann mit Österreich und seinen Schätzen mithalten. Auch wenn man vielleicht belächelt wird, weil man einen “faden Urlaub” im eigenen Land verbringt. So, first thing: Wir müssen nicht ständig in die fernsten Länder schweifen, um Erlebnisse zu haben. Hier unsere besten Gründe für einen Urlaub daheim.

Umweltbewusst reisen.

Wir können jedes Dorf in Österreich erreichen. Nicht nur mit dem Auto oder dem Flugzeug. Wir haben super Zugverbindungen. Und hey - wenn man bedenkt wie oft sich mittlerweile Flüge verspäten oder ausfallen, dann ist die ÖBB schon ein Streber in Sachen Pünktlichkeit. Zudem bieten immer mehr Hotels besondere Specials für Gäste, die mit der Bahn anreisen. Umweltbewusst reisen schenkt einem auch Zeit. Zeit um Landschaften zu bestaunen. Zeit für ein gutes Buch. Einfach Zeit zum Träumen. Oder - für die Last-Minute Planer - Zeit zum Urlaubstage planen.

Low-Budget mit Stil.

Ja, bei uns in Österreich verursacht eine Hostel-Buchung keine Bedenken. Auch wenn man das Einfachste vom Einfachsten bucht: man hat keine Vorab-Panikattacken wegen Bettwanzen oder nicht funktionierenden Sanitäranlagen. Und das ist was sehr, sehr Gutes. Ein oder zweimal ist es mir selbst im Ausland schon passiert. Nicht, weil ich zu geizig für guten Standard bin. Aber Sightseeing in manchen Ländern oder Städten kann ganz schön was kosten. Und da spart man halt hin und wieder bei der Übernachtungsmöglichkeit. Auch wenn man nur zum Schlafen im Zimmer ist, bequem und mit heißer Dusche solls halt schon irgendwie sein.

Für Leib & Seele.

Wir Österreicher haben unsere Kulinarik perfektioniert. Ich glaub, das vergessen wir ab und zu einfach oder finden unsere Küche dann langweilig, veraltet, nicht mehr zeitgemäß - sucht euch was aus. Warum eigentlich? Millionen Menschen besuchen Österreich und wollen nicht nur Stephansplatz & Riesenrad sehen, sondern auch die Kulinarik erleben. Darauf können wir doch stolz sein. Es wird von Asien und seinen fragwürdigen schimmeligen Eiern gesprochen, aber ein gutes “Altwiener Salonbeuschel” traut man sich nicht zu essen? Manchmal sind wir Österreicher doch irgendwie unergründlich ;)

“Die Welt ist wie ein Buch und wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.”

Ja, das hat schon seine Richtigkeit. Band 1 dieses Buches hat für uns neun Kapitel. Und dieser Band ist mindestens genauso lesenswert wie die anderen 194. Ein Beispiel. Anstehen in New York für einen Cronut - das hat schon irgendwie was abnormales & lustiges zugleich. Der Cronut ist cool, das stimmt, aber wie cool ist denn die Schule am Berg in Rauris? Ein alter Bergbauernhof, die Klachkendlalm von Roswitha. Hier lernt man Brotbacken im Holzofen. Außerdem beherrscht Roswitha die Kunst des “Kohlestierens”. Sie erkennt anhand der Farbe der Holzkohle, wie hoch die Temperatur im Ofen ist. So, was erzählst du lieber von deiner Reise? Dass du 2 Stunden in aller Früh für einen gehypten Donut angestanden bist oder dass du am Bergbauernhof eine alte Kunst gelernt hast?

Ein Beispiel möcht ich noch erzählen.

Eine Klettertour auf den Dachstein. Gut, ich selbst hab das noch nie gemacht, weil ich bekomm schon Atemprobleme & Schweißausbrüche wenn ich auf einer Leiter steh und Glühbirnen tauschen soll. Da geh ich lieber zum Zahnarzt. Tatsache. Wir haben auf unserem Blog einen Beitrag übers Klettern. Lest in mal durch. Bekommt man da nicht mehr Lust aufs Klettern daheim statt in den USA oder am Himalaya?

Man soll reisen, das brauchen wir.

Es schenkt uns Freundschaften, Wissen, Inspiration & Lebenserfahrung. Nur müssen wir uns hin und wieder selbst an der Nase nehmen und lernen, dass wir das nicht nur nach 22 Stunden Flugzeit sondern auch daheim finden können. Und wer weiß, dann erzählen wir mit glänzenden Augen vom Klettern auf den Dachstein statt Klettern in Amerika oder den Eis-Greissler Eissorten, die einfach nicht von dieser Welt sein können.

Und wann fangen wir an? Am besten noch diesen Sommer, wenn wir unseren Urlaub im “immer-eine-Reise-wert-Österreich” verbringen und dann stolzer drauf sind, als auf einen gehypten Urlaub in den Tropen.

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