Wir leben BIO - zu 100 %

Ja, es gibt sie: Naturkosmetik-Produkte aus Drogeriemärkten, die ein Gütesiegel tragen oder im Öko-Test mit „Sehr gut“ abschneiden. Die Auszeichnungen belegen, dass die Produkte Rohstoffe aus „kontrolliert biologischem Anbau“ beinhalten oder ökologisch nachhaltig produziert wurden.

Aber ist Bio-Kosmetik wirklich gleich Bio-Kosmetik? Genügen ein paar biologische Inhaltsstoffe, um ein Produkt als Naturkosmetikum zu verkaufen? Ganz ehrlich: Ein „bisschen bio“ geht genauso wenig wie „ein bisschen schwanger“. Diese sechs Gründe zeigen auf, warum nicht alles Bio-Kosmetik ist, was ein Gütesiegel trägt:

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Diese sechs Gründe zeigen auf, warum nicht alles Bio-Kosmetik ist, was ein Gütesiegel trägt:

1. Österreich als Vorreiter in der EU.

Österreich hat in den letzten Jahren besonders viel getan, um Konsumenten vor einer Irreführung bei Bio- und Naturkosmetika zu schützen. Es wurden sehr klare und strenge Anforderungen definiert, die in das österreichische Lebensmittelbuch (ÖLMB) übernommen wurden. Echte Bio- und Naturkosmetika aus Österreich tragen die Auslobung „hergestellt nach ÖLMB“.

2. Unterschiedliche Standards bei Gütesiegeln.

Während sich Bio- und Naturkosmetik nach ÖLMB in erster Linie auf die Verwendung von Naturstoffen bezieht und etwa den Einsatz von synthetischen Duft- oder Farbstoffen ausschließt, verfolgen Industrieverbände andere Standards. Ihre Gütesiegel werben mit nachhaltiger Produktion oder loben sogar die Verwendung „vorbildlicher Faltschachteln“. Wichtig ist zu wissen, dass Begriffe wie „bio“ oder „natürlich“ nicht durch eine EU-Verordnung geregelt sind. Begriffe für Naturkosmetika können frei gewählt werden. Da wundert es nicht, dass die Industrie immer wieder neue Siegel erarbeitet, deren Standards allerdings zu hinterfragen sind.

3. Schonende Behandlung der Rohstoffe.

Hochwertige biologische Öle bilden meist die Basis für Bio-Kosmetika. Aber Achtung! Um wertvolle Begleitstoffe zu erhalten, dürfen die Öle nicht raffiniert werden. Weiters müssen alle Kräuter und Früchte, die zum Einsatz kommen, selbstverständlich unbehandelt sein und am besten von Hand gesammelt und verpackt werden.

4. Keine Schaumschläger.

In unserer hochglanzpolierten Welt gilt nur das als wirklich sauber, was einmal ordentlich eingeseift wird und dabei möglichst viel Schaum erzeugt. Echte Naturkosmetik funktioniert anders: Durch das Fehlen von synthetischen Tensiden in Duschgels oder Shampoos entsteht weit weniger Schaum - die Reinigungswirkung ist jedoch die gleiche. Speziell empfindliche oder trockene Haut profitiert enorm von der pflegenden Wirkung der natürlichen Tenside.

5. Glycerin – nein danke.

Für herkömmliche Kosmetikprodukte wird Glycerin entweder synthetisch aus Propen gewonnen oder entsteht aus der Spaltung pflanzlicher und tierischer Fette. Naturkosmetika beinhalten ausschließlich pflanzliches Glycerin aus kontrolliert biologischem Anbau. Es hält Haut und Haar gesund und steht in seiner Wirkung als Feuchthaltemittel und Weichmacher den konventionellen Produkten um nichts nach.

6. Wer Bio liebt, achtet auch auf eine bessere Welt.

Hersteller von Naturkosmetika verfolgen eine bestimmte Philosophie. Sie achten nicht nur darauf, Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau, Demeteranbau oder Wildsammlung einzukaufen. Es ist ihnen besonders wichtig, den Fair-Trade-Handel mit Lieferanten aus weniger industrialisierten Ländern zu forcieren. Dann ist echte Naturkosmetik nicht nur bio, sondern auch fair - und gibt uns als Konsumenten das Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

 

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