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Skitourengehen ist ein wunderbarer Sport. Eine der schönsten Formen, sich in der freien Natur zu bewegen… mit dem Schnee eins werden, durch unberührte Winterlandschaften schweben und Ausblicke genießen, die anderen für immer verwehrt bleiben. Aber diese wundervolle Sportart wird immer wieder durch Tragödien überschattet. Wie eine dicke, schwarze Wolke hat sich das Wort „Lawinengefahr“ in vielen Köpfen festgesetzt und immer öfter wird Skitourengehen als Risikosportart für waghalsige Extremsportler stigmatisiert.

Das macht mich ziemlich traurig und ehrlich gesagt auch ein bisschen wütend. Natürlich ist bei Unternehmungen im Gelände immer Vorsicht geboten, die Natur ist nun einmal unberechenbar. Nur leider sind es viel zu oft individuelle Fehler, zu hohe Risikobereitschaft und vor allem Unwissen, die schlussendlich zum Unglück führen – und nicht die unvorhersehbaren Launen der Natur!

Das gesamte Wissen zur Lawinenkunde in einem Blog-Beitrag zusammenzufassen, wäre schlicht und ergreifend Schwachsinn. Dafür gibt es Bücher.

Mein Tipp: „Lawine. Die 10 entscheidenden Gefahrenmuster erkennen“, ein Praxishandbuch von Rudi Mair und Patrick Nairz, erschienen im Tyrolia-Verlag).

 

Doch wichtiger als alle Bücher ist der Lawinenlagebericht. Mir scheint, dieser wird oft als nebensächlicher Verhaltenshinweis verstanden – aber das ist er keinesfalls.

Liebe Wintersportler, der Lawinenlagebericht ist keine optionale Empfehlung, sondern ein absolutes Stop-or-Go-Kriterium! Egal, ob Sie im Gelände oder nur auf der Piste unterwegs sind, nehmen Sie sich beim Frühstück doch 10 Minuten Zeit und informieren Sie sich über die aktuelle Situation (z.B. unter www.lawinen.org). Oft ist diese vormittags ganz anders als nachmittags, Himmelsrichtung, Höhenlage oder Steilheit des Geländes sind entscheidende Faktoren. Es reicht nicht aus, die aktuelle Gefahrenstufe zu kennen – im Sinne von „1-5, wir haben 3, wird schon gehen“.

Nur als Beispiel: Stufe 3 (Gefahr erheblich!) bedeutet, dass Lawinenauslösung bereits bei geringer Zusatzbelastung (d.h. durch einen einzelnen Skifahrer, der nicht stürzt, einen Schneeschuhgeher oder auch Tiere) möglich ist, an Gefahrenstellen sind sogar spontane Auslösungen (ohne Zusatzbelastung) möglich. Bei Lawinenwarnstufe 4 sind Auslösungen in den genannten Situationen nicht mehr nur möglich, sondern sogar wahrscheinlich!

 

Aber Lawinenkunde kann nie ausschließlich auf theoretischem Wissen beruhen. Viel wichtiger ist persönliche Erfahrung. Langjährige Erfahrung. Das Kennen des Geländes. Falls Sie Tourengehen z.B. im Skiurlaub ausprobieren möchten – starten Sie nicht auf eigene Faust, sondern lassen Sie sich von einem Bergführer begleiten. Dieser gibt nicht nur wertvolle Hinweise zu Technik und Ausrüstung, sondern kann Ihnen auch die Landschaft erklären und auf Gefahrenstellen hinweisen – ein unbezahlbares Wissen, von dem Sie auch in Zukunft profitieren werden; selbst, wenn Sie nur drei Meter neben der Piste in einen unpräparierten Hang einfahren!

Und noch etwas: Entsprechende Ausrüstung (Pieps, Schaufel, Sonde, etc.) ist im Gelände Pflicht, aber keine Versicherung! Selbst das beste Equipment darf nicht dazu verleiten, erhöhtes Risiko einzugehen.

Fazit: Sofern man ein paar Spielregeln beachtet, gibt es keinen Grund, vor dem wunderbaren Sport Skitourengehen zurückzuschrecken. Überzeugen Sie sich selbst!

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