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Erzählt man jemandem das erste Mal von seiner Allergie, kommt meist wie aus der Pistole geschossen: „Hast du das schon immer?!“. Denn das plötzliche Auftreten von Allergien scheint viele zu beängstigen. Neurodermitis, Pollen-, Milben-, Tierhaar-, Lebensmittelallergie…das kommt doch nicht von irgendwo.

Alles genetisch?

Die Wahrheit tut weh: Ist ein Elternteil Allergiker, entwickeln 30 % der Kinder ebenfalls eine Allergie. Leiden beide Elternteile an einer Allergie, beträgt die Quote 60 %; handelt es sich um dieselbe Allergie (z.B.: Pollen) sogar 70 %. Da drängt sich unwillkürlich die Frage auf: Gibt es irgendeine Möglichkeit, dieses hochprozentige Risiko zu verringern?!

 

Die Antwort der Forschung lautet: Ja! Neueste Untersuchungen zeigen, entscheidend ist das Verhalten in den ersten Lebensmonaten sowie pränatale Prävention.

Pränatale Prävention – ernsthaft?

Allergien sind Folgen von Abwehrreaktionen des Immunsystems. Während beim Allergiker das Immunsystem bei Kontakt mit dem Allergen anschlägt, kommt es beim Gesunden zu keiner Reaktion. Der Grund dafür ist aber nicht, dass Gesunde Allergene ignorieren – sie TOLERIEREN sie. So rückt das „Toleranzsystem“ immer mehr in den Mittelpunkt der Allergie-Forschung.

 

Toleranz entsteht bereits im Mutterleib. Ist die Mutter bestimmten Allergenen (Milch, Ei, Nüsse, Pollen, etc.) ausgesetzt, bildet das Ungeborene eher eine Toleranz gegen diese aus.

 

Besonders „lernfähig“ ist das Toleranzsystem auch während der ersten Lebensmonate. Daher sollte nur noch bis zum vierten Monat ausschließlich gestillt und dann mit der Zugabe von Beikost (inkl. Gluten, Milch, Ei, Nüssen, etc.) begonnen werden.

 

Faszinierend sind neue Studien aus der Zöliakieforschung, die auch auf Allergien umgelegt werden könnten. Sie beschreiben ein optimales „präventives Zeitfenster“: Kinder, die zwischen dem 4. und 6. Monat erstmals glutenhaltiges Getreide aßen, entwickelten signifikant seltener Zöliakie als andere. Wir sind gespannt auf weitere Studien!

 

P.S.: Natürlich bedeutet dies nicht, dass Schwangere und junge Mütter sich allem Schädlichen aussetzen sollen, um ihre Nachkommen abzuhärten – passives Rauchen usw. ist absolut tabu!

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