Wir leben BIO - zu 100 %

Durchforstet man die unendlichen Weiten des Internets, so findet man zahlreiche Schlachtpläne für den Kampf gegen Gräser, Hasel, Erle, Esche, Birke und Co. Zweifelsohne gut gemeinte Tipps – doch oft fragen sich Allergiker: „Und wie zum Geier soll das funktionieren –erst recht im Urlaub??!“

So wird geraten, während der gesamten Pollensaison möglichst viel Zeit in geschlossenen Räumen zu verbringen, vor allem mittags (wenn lüften, dann nur mit Pollenschutzgitter, keine Ventilatoren!). Ist ein Aufenthalt im Freien unausweichlich, sind Spezialbrillen und Hut sowie sofortiges Duschen (inkl. Haarewaschen) nach jeder Rückkehr ins hermetisch abgeriegelte Heim erforderlich.

Besonders bitter sieht es für Aktive aus: In der Pollensaison ist auf Sport im Freien gänzlich zu verzichten. Wenn, dann nur in aller Herrgottsfrüh, nach/bei Regen, mit Pollen-Filter-Maske, fernab von der Natur und unter regelmäßiger, vorbeugender Einnahme von Anti-Allergika und Antihistaminika…

 

Zur Begrüßung steht ein nett gemeinter Wiesenblumenstrauß auf dem Nachtkästchen. Und als du keuchend das Fenster aufreißt, winkt dir auch noch die prächtig blühende Birke entgegen – da tobt die Pollenallergie. Panisch läufst du ins Bad, um erst einmal das Gesicht zu waschen – und meidest die duftenden Hotelhandtücher. Denn deine Neurodermitis meldet sich schon beim Geruch des Putzmittels, der das Bad durchströmt.

 

Ja, oft sind wir Allergiker froh, die Tage auswärts unbeschadet überstanden zu haben. Und diese Erfahrungen haben uns geprägt. Die meisten Allergiker sind sehr vorsichtig und skeptisch geworden – verständlich, denn leichtfertiges Vertrauen kann für sie schwerwiegende Folgen haben. Als Lebensmittelallergikerin sage nur – „Danke für das Krokant mit Nuss im Cappuccino!“

Entschuldigen Sie, aber wo bleibt da die Lebensqualität? Da kann ich mir den Urlaub doch gleich sparen...oder?

 

NEIN NEIN NEIN! Auch Allergiker können ihren Sommer-Aktivurlaub genießen – und zwar in den Bergen!

 

Im alpinen Bereich ist die Pollenbelastung generell niedriger – unabhängig von der Windrichtung. Dies hängt mit der Luftgüte in höheren Lagen und der deutlich verkürzten Blütezeit im Gebirge zusammen (z.B. blühen Gräser nur gut zwei Wochen). So ist der Alpenbereich schon ab Ende Juni weitgehend pollenfrei.

 

Kein Grund also, sich den ganzen Tag im stickigen Hotelzimmer zu verschanzen. Selbst um die Mittagszeit kann man sich sorgenlos ins Freie wagen: Haben Sie gewusst, dass Blätter eine Art natürlichen Pollen-Filter bilden? Dadurch ist die Pollenbelastung in Laubwäldern kaum höher als in geschlossenen Räumen (Achtung jedoch am Waldrand!).

 

Auch auf Bewegung muss im Alpenraum nicht verzichtet werden: Optimal für Allergiker sind Wanderungen in großer Höhe (ca. 2.000 m), wo die Pollenbelastung minimal ist. Zumindest am Dachsteingletscher sollte selbst der empfindlichste Allergiker befreit durchatmen können.

 

Und zum Thema vorbeugende Anti-Allergika und Antihistaminika: Versuchen Sie es doch lieber mit histaminarmer und entzündungssenkender Ernährung, wie sie in guten Allergiker-Hotels angeboten wird.

 

Fazit: Ab in die Berge! Schließlich sollen Freudentränen die einzigen Tränen im Urlaub sein!

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