Wir leben BIO - zu 100 %

Alles verändert sich. Auch unsere Urlaubsgewohnheiten. Ob das gut ist? Wir sind skeptisch! Denn anstatt Erholung und Genuss fernab vom Alltag wird Urlaub immer mehr zum Statussymbol, getrieben von der Hektik, alles sehen und erleben zu müssen. Jeder Tag, jede Minute muss perfekt sein – und wenn wir wieder nach Hause kommen, beschleicht uns immer öfter das ungute Gefühl, dass wir in Wahrheit „Urlaub vom Urlaub“ brauchen.

Ein Grund dafür ist sicher die Urlaubsdauer: denn wir verreisen immer kürzer. Früher gönnte man sich einen langen Urlaub am Stück – drei, vier Wochen, die gleichzeitig die schönsten des Jahres waren. Jene Wochen, die man das ganze Jahr über sehnsüchtig erwartet hatte. Hinein ins Auto und ab in eine andere Welt, die Sorgen und den Alltag weit hinter sich lassen …

 

Dieser „eine“, kostbare Urlaub gehört heute der Vergangenheit an. In unserer schnelllebigen Zeit verreist man lieber kürzer, eine Woche ist die Paradedauer. Dafür geht es öfter in den Urlaub – denn das ist Luxus … oder doch nicht?

Der vielgepriesene Kurzurlaub ist ein zweischneidiges Schwert. Wir nehmen uns eine kleine Auszeit vom Alltag, die allzu oft aber gar keine ist. Denn der Alltag wird einfach in den Urlaub mitgenommen. „Verlust des Kontrastcharakters“, nennen Experten dieses traurige Phänomen. Das Urlaubsziel ist längst keine „andere“ Welt mehr.

Ob Thailand, Karibik oder die Alpen – über Internet, Telefon usw. sind wir ohnehin ständig erreichbar. „Ich bin dann mal weg!“ – wirklich? Ein Selfie auf dem Dachstein-Gletscher ist binnen weniger Sekunden mit der ganzen Welt geteilt, während man früher sehnlichst auf Urlaubsgrüße per Postkarte wartete. „Sobald die merken, dass es kein Wifi gibt, drehen die doch eh wieder um!“ ist kein Scherz, sondern traurige Realität!

Die Schönheit der Natur betrachten wir viel zu oft nur durch das Handydisplay statt innezuhalten und einfach den Moment zu genießen. Anstatt wertvolle Urlaubseindrücke Jahr für Jahr zu erneuern, sammeln wir heute Postkartenmomente, Prospekterlebnisse und Instagram-Pics. Ein straff geplantes Programm, das auf Biegen und Brechen durchgeführt werden muss. Wanderurlauber, die bei widrigen Bedingungen irgendwo am Dachstein gerettet werden müssen – die Wanderung stand am Programm, verschieben geht nicht, denn im nächsten Sommer ist ein neues Reiseziel dran. 

Unsere eindringliche Bitte: Lassen Sie Urlaub wieder Urlaub sein! Verstauen Sie das Handy ganz unten im Wanderrucksack, deaktivieren Sie Wifi und freuen Sie sich, wenn Sie inmitten der Natur einmal keinen Internetempfang haben.

Drei, vier Wochen komplett aus der Welt zu sein, wie das früher noch der Fall war, ist ohnehin unrealistisch geworden. Aber einmal drei, vier Tage am Stück für nichts und niemanden erreichbar zu sein – das ist wahrer Luxus! Ohne Programm, ohne Stress und Hektik einfach in den Tag hinein leben und sehen, was passiert … Versuchen Sie’s!

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