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Ramsau am Dachstein gilt als die Wiege der Klettersteige. 19 Klettersteige aller Schwierigkeitsgrade gibt es rund um die Ramsau zu bezwingen. Der bekannteste und berüchtigtste von ihnen ist der Johann Klettersteig. Nahezu senkrecht führt dieser sehr schwierige Klettersteig durch die schroffe Dachstein-Südwand bis auf 2741 m Seehöhe und überwindet dabei 800 Höhenmeter voller atemberaubender Ausblicke. Wir haben unseren Mut zusammen genommen und den König aller Klettersteige für Sie getestet.

Wer den „Johann“ bezwingen möchte, sollte sich besser früh auf den Weg machen. Nach einem ausführlichen Blick auf den Wetterbericht – der „Johann“ sollte nur bei gutem Wetter und keinesfalls bei Gewittergefahr begangen werden – fällt das OK für unsere Tour.

Angespornt von der frischen, morgendlichen Sommerluft geht es vom Parkplatz der Dachstein Gletscherbahn auf einem kleinen, märchenhaften Wanderweg, der wie gemacht für aufregende Familienwanderungen ist, bis zur Dachstein-Südwand-Hütte. Majestätisch steht die Hütte vor dem beeindruckenden Dachstein-Massiv. Wir halten einen Moment inne, bevor es an der Hütte vorbei und weiter zum Klettersteig-Einstieg geht.

Der Zustieg zum Johann Klettersteig selbst ist schon eine aufregende Herausforderung. Der kleine Trampelpfad führt schier endlos über die Geröll- und Schotterfelder am Fuße des Dachsteins, vorbei an weißgrauen Altschneefeldern, die spektakuläre Schneehöhlen geformt haben. Nach beinahe zwei Stunden Zustieg zum Klettersteig haben wir uns erst einmal eine kleine Pause verdient.

Ehrfürchtig blicken wir die hunderte Meter hohe Dachstein-Südwand hoch, die sich senkrecht über unseren Köpfen erhebt. Dann beginnen wir, sie zu bezwingen. Der Einstieg in den Johann Klettersteig gilt als das ultimative Kriterium – und so ist es auch.

Ein knackiger Überhang treibt uns gleich zu Beginn die Schweißperlen auf die Stirn. Doch ist der Einstiegsüberhang (Schwierigkeitsgrad D/E) erst einmal überwunden, geht es über gut versicherte Passagen, auf denen wir das Klettern allmählich richtig genießen können, unermüdlich weiter.

Bereits nach wenigen Minuten eröffnet sich uns ein traumhafter Ausblick auf die umliegende Bergwelt. Am Rastplatz gönnen wir uns eine kleine Auszeit – vor allem, um in aller Ruhe die atemberaubende Landschaft der Schladming-Dachstein-Region zu fotografieren.

Bis zum Felskopf geht es gemütlich, ja fast schon meditativ, weiter. Doch dann wartet mit der Plattenwand eine spektakuläre Passage, die es ausweglos zu durchklettern gilt. Inmitten der Wand finden wir ein Schild – „Adlerhorst“ heißt diese besondere Stelle und es könnte wohl keinen treffenderen Namen geben.

Beim nächsten Rastplatz nehmen wir uns ein paar Augenblicke Zeit, um das wunderschöne Panorama und die wilde Landschaft auf uns wirken zu lassen. Von nun an, hoch über dem Boden, eröffnen sich uns spektakuläre Ausblicke auf die Dachstein-Südwand. Wir kommen vorbei am „Götterthron“, der seinen Namen zweifelsohne nicht ohne Grund trägt. Knapp 200 Höhenmeter voller atemberaubender Blicke nach oben und unten trennen uns noch vom Ausstieg.

Und dann ist es soweit… mit den letzten Schritten und Zügen erhaschen wir den ersten Blick auf den Gletscher unterhalb der Dachsteinwarte. Nach knapp vier Stunden im Klettersteig können wir kaum fassen, dass das Abenteuer Klettersteig bereits zu Ende ist.

 

Doch keine Sorge, das Abenteuer Dachstein ist am Gipfelkreuz noch lange nicht vorbei. Denn von hier aus müssen wir noch den sommerlichen Dachstein-Gletscher überqueren – ein wahres Highlight, wenn man an einem heißen Sommertag plötzlich knietief im Schnee versinkt.

 

Trotz des Schneevergnügens dürfen wir nicht allzu lange trödeln, schließlich wollen wir die letzte Gondel zur Talstation erwischen.

Während uns die Dachstein Gletscherbahn in Windeseile zurück ins Tal bringt, werfen wir noch einen letzten Blick auf die respekteinflößenden Felsen, die wir heute bezwungen haben. Ein tolles Gefühl!

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