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Nachdem alpine Skirennen 1936 erstmals olympisch wurden, entwickelte sich Skifahren in den 1950er Jahren langsam zum Massensport. Erste Skigebiete entstanden und in Alpendörfern wie Ramsau am Dachstein begann man, sich auf den Wintertourismus einzustellen. Als einer der ersten Lifte in Ramsau am Dachstein wurde der Schneemandl-Lift direkt neben dem feistererhof in Betrieb genommen. Genau 50 Jahre ist dies nun her und voller Stolz feiern wir unser Skilift-Jubiläum!

Doch seither hat sich im Skisport einiges getan. Vor 50 Jahren waren Skilifte noch die Ausnahme. Ein Luxus, den viele nicht oder nur selten nutzen konnten. Noch unsere Eltern mussten den verschneiten Hang zu Fuß hinaufgehen und die Skier selbst tragen. Gefahren wurde auf tief verschneiten Wiesen, meist ohne Präparierung und natürlich ganz ohne künstliche Beschneiung. Skifahren war nur möglich, wenn es geschneit hatte.

Blickt man heute auf die top-präparierten Pisten der Skiwelt Amadé, die sich wie weiße Schlangen durch die grasgrüne Landschaft ziehen, wird wohl einer der gravierendsten Unterschiede zwischen damals und heute deutlich.

Vor 50 Jahren bestand die Skiausrüstung aus alten Holzskiern mit Fangriemen, gebundenen Lederschuhen, die stark an heutige Wanderschuhe erinnern, und aus abenteuerlichen Bindungen, die nicht einmal ansatzweise mit modernen Sicherheitsbindungen zu vergleichen sind. Getragen wurde die alte Ausrüstung von älteren Geschwistern, Cousins oder Freunden der Familie. So etwas wie einen Skiverleih gab es natürlich nicht.

 

Auf alten Familienfotos finden wir abenteuerliche „Ski-Kleidung“. Anstatt warmer Skianzüge, Rückenprotektoren und Helmen mussten früher dicke Wollleggings, Wollpullis und selbst gestrickte Handschuhe und Hauben reichen.

 

Um den Oberarm bekam man eine Papier-Liftkarte gehängt. Bei jeder Fahrt zwickte der “Liftler“ einen Punkt ab. Und wie sich die Kinder freuten, wenn der Liftmann sie einmal ohne Abzwicken fahren ließ. Von vollautomatischen Kartenlesegeräten inklusive Skiline-Tracking keine Spur.

Zur Verpflegung wurde ein dicker Rucksack mit Tee, fertig belegten Broten, Äpfeln und vielleicht einem Stückchen Schokolade mitgebracht. Mittags versammelte sich die ganze Familie dann an einem sonnigen Plätzchen, vielleicht auf einem Schlitten, und jausnete gemeinsam. Nichts mit Pommes mit Bratwürstl und Cola in einer überfüllten Skihütte.

 

Auch auf den Luxus von Skischulen mussten die meisten verzichten. Man lernte Skifahren durch den Rat der Eltern und durch viel Probieren. Hilfsmittel wie Förderbänder oder Karusselle hatten Anfänger damals nicht, dafür mussten sie sich viel mehr anstrengen und bewegen.

Wir wollen an dieser Stelle keine Wertung vornehmen, ob Skifahren damals oder heute besser ist. Dennoch möchten wir einen Denkansatz liefern und fragen: Brauchen Kinder heutzutage wirklich hunderte von bestens präparierten Pistenkilometern in ausgezeichneten Skigebieten, um Skifahren zu lernen? Müssen wir sie auf pickelharte Skipisten schleppen und gemeinsam mit tausenden anderen Skigästen den Berg hinunter jagen? Ist es wirklich notwendig, sie in einem Kinderland, das mehr an einen Vergnügungspark erinnert, „abzugeben“?

 

Oder reicht es für ein kindliches Skierlebnis vielleicht auch aus, einen kleinen Skilift, einen verschneiten, flachen Hang und eine nette und nicht überfüllte Skipiste zu haben…

 

Wir jedenfalls hatten als Kinder am Schneemandl-Lift unglaublich viel Spaß!

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